Thorga LARP - Thule - Die Stadt und das Volk

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Author Topic: Thule - Die Stadt und das Volk  (Read 2544 times)
ManuFS
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« on: 20 July 2015, 20:30:54 PM »

Die Stadt der Freien

Für die Nordmannen-Stadt Thule gibt es viele Namen: 'Stadt der Freien', 'Freibeuterloch' und 'Ork Reservat' sind nur einige davon. Selbst die Ältesten in der Stadt können nicht sagen, wann sie gegründet wurde. Auf eine diesbezügliche Frage erhält man stets die gleiche Antwort: "Im Sommer!“. Auch kann man schwer sagen, wieviele Einwohner die Stadt an der Küste des eisigen Nordmeeres hat. Während sich in den dunklen Wintermonaten, in denen es zeitweise nicht einmal hell wird, an die 1300 Nordleute in ihr aufhalten, mögen es im Sommer gerade einmal um die hundert sein. Denn die Bürger Thules leben von der Seefahrt - oder, wie böse Zungen behaupten würden, von der Piraterie.


Erscheinungsbild der Stadt

Die Siedlung wurde am tiefsten Punkt einer Bucht errichtet, welche so einen natürlichen Hafen bildet und die hier ankernden Schiffe sowie die Siedlung selbst vor dem Wüten des Meeres schützt. Die Straßen sind ungepflastert, die Häuser sind die im Norden typischen Langhäuser, in denen meist eine ganze Otta untergebracht ist. Abgesehen von den engen, tiefliegenden Eingangstüren und schießschartenähnlichen Fenstern gibt es vom Haus aus nur noch den gemauerten Kamin als Verbindung nach Außen. Gebaut sind die Häuser aus Holzstämmen, wobei die Zwischenräume mit Lehm ausgefüllt wurden. Die Dächer bestehen aus Reet-Gräßern.
Zwischen den großen Häusern stehen vereinzelt kleine Hütten, die komplett aus einem erstaunlich stabilen Gemisch aus Reetgräßern und Lehm bestehen. Sie beherbergen die Clanslosen, Geweihte auf Wanderschaft, oder Gäste aus den umliegenden Dörfern (egal welcher Rasse).
Neben den Clanshäusern der einzelnen Ottas gibt es noch ein paar vereinzelte Lagerhäuser, die Gebäude der Werft, den Leuchtturm (das einzige Gebäude aus Stein in der ganzen Siedlung) und ein Siechenhaus, in das kranke Menschen weggesperrt werden. Tempelanlagen gibt es keine, die Geweihten der Götter ziehen Sommer wie Winter durch die Lande, um ihren Aufgaben nachzukommen.
Die Siedlung ist von einer hohen Holzpalisade umgeben, welche im Endeffekt nur so lange standhalten soll, bis sich die Stadtbevölkerung auf die Schiffe hat retten können.


Die Otta

Das Wort 'Otta' hat mehrere Bedeutungen. Zuerst einmal sind damit die unverkennbaren Drachenboote der Nordmänner gemeint. Gleichzeitig ist Otta das thuler Wort für 'Clan'. Für gewöhnlich stellt ein Clan die Besatzung eines Drachenbootes, selten einmal hat ein Clan genug Leute um mehr als ein Drachenboot zu bemannen. Eine solche Otta ist meist zwischen achtzig und zweihundert Köpfe stark, wobei die Kinder ab dem zwölften Lebensjahr als Volljährig gelten, und dementsprechend auch mit auf große Fahrt gehen.


Alltagsleben in Thule

Die meisten Ottas sind in den Sommermonaten auf hoher See um... na ja, das zu tun, was Drachenbootbesatzungen halt so tun. Die Menschen in Thule selbst gehen der Fischerei nach, treiben mit dem Hinterland Handel, einige Wenige bestellen ihre Felder (der karge Boden gibt nicht viel preis). Im Winter dagegen, wenn die Ottas von ihren Beute- und Handelszügen (wobei die Grenzen zwischen beiden Beschäftigungen fließend sind) zurückgekehrt sind, sammeln sich die Mitglieder einer Otta meist in ihrem Clanshaus um das prasselnde Kaminfeuer, feiern, tauschen (Lügen-)Geschichten aus, reparieren beschädigte Ausrüstung und bessern in der Werft die Schäden an der Otta aus.


Religion in Thule

Thule trägt in vielerlei Hinsicht ganz bewusst den Beinamen 'Stadt der Freien'. Falls es so etwas wie eine Staatsreligion gibt, so ist es der Glaube an den nordischen Götterkanon wie z.B. Odin, Thor und Loki. Jedoch sind die thuler Bürger sehr liberal in dieser Hinsicht. So kann es passieren, dass ein auf einem thaskarischen Handelsschiff wütender Berserker aus Thule um den Hals eine kleine Obsidianstatue einer Gottheit aus den Ilsinger Landen trägt. Die Ansichten der Thuler zum Thema Religion kann man am besten mit folgendem Satz veranschaulichen:
"Ich hab meine Götter, du hast deine Götter, und wenn meine nicht mehr ausreichen...
Hast was dagegen, wenn ich mir ein paar von dir ausleihe?“
Vor allem der Glaube an Taverna hält seit einiger Zeit massiv Einzug, seitdem ein Loki Geweihter den Glauben aus den anorischen Landen mit nach Thule brachte. Doch auch solche Exoten wie der Slaneesch Kult, das dunkle Prinzip der barghaanischen Stärke oder die Rechtschaffenheit Zeis sind hier zu finden, nicht selten unter einem einzigen Gläubigen vereint. Die Thuler sind ein Seefahrervolk, da kann man nicht genug Götter haben, die ab und an ein Auge auf einen haben könnten...
Geweihte gibt es in Thule wie Sand am Meer, jedoch wird meist nur den Geweihten der nordischen Götter echter Respekt entgegengebracht. Sie sind diejenigen, die Eheschließungen vollziehen, den Willen der 'alten' Götter durch Werfen von Runensteinen zu deuten versuchen, und ebenfalls die Knochen befragen, ob die anstehenden Kaperfahrt einer Otta die Gunst der Götter hat. Naturgemäß haben Odin und Thor die größte Verehrerschaft.


Politik und ihre Spielarten

Unter dem Strich herrscht in Thule Faustrecht. Es gibt keine Stadtbüttel oder sonst irgend eine Art von Stadtwache - wäre auch etwas seltsam in einer Stadt, in der jeder Bewohner eine Waffe trägt, sobald er groß genug ist sie halten zu können. Streitigkeiten werden meist an Ort und Stelle ein für allemal beigelegt, wobei diese Meinungsverschiedenheiten selten bis zum Tod ausdiskutiert werden, was aber ab und an durchaus vorkommen kann. Wird ein Schiedsspruch benötigt, so ist normal das Oberhaupt einer Otta gefordert, oder aber einer der Alten, die meist auf einen reichen Erfahrungsschatz zurückgreifen können. Nur wenige Menschen in Thule werden wirklich alt, was bei einer Kultur, bei der es das Schönste ist, im Kampfe zu sterben nicht weiter verwundert.
Bei Streitigkeiten, die sich zwischen zwei Ottas abspielen, versuchen zunächst die beiden Oberhäupter der Ottas zu schlichten. Unter Umständen kann es aber passieren, dass die Streitigkeiten eskalieren, und die offene Blutfehde zwischen den beiden Besatzungen ausbricht. Mehr als einmal haben sich bereits ganze Clans gegenseitig aufgerieben, nur damit sich aus den Überlebenden schließlich eine neue Otta formte. Intrigen und 'hochpolitisches' Gespiele ist den wenigsten Thulern vertraut. Diese Leute sind meist sehr direkt, wenn ihnen etwas nicht passt.
Einmal pro Jahr kommen die Oberhäupter der Ottas zusammen, um den Hêtmann oder die Hêtfrau aus ihren Reihen zu wählen. Theoretisch ist diese(r) der Herrscher der Stadt, praktisch wird er nur gebraucht, wenn die Clans gegen einen gemeinsamen Feind geeint werden müssen (z.B. ein marschierendes Heer, das mal wieder das Piratennest Thule ausräuchern will). Auch wird er als oberster Richter in der Stadt angesehen, wird aber selten wirklich gebraucht...warum steht weiter oben.


Die Sache mit den Bienchen und Blümchen...

Auch in sexueller Hinsicht kann es kaum liberaler zugehen, als in Thule. Getreu dem Motto 'Erlaubt ist was Spaß macht, und die Schafe fragen wir nicht!' gibt es in der Stadt der Freien keinerlei sexuelle Tabus, so lange beide Seiten damit einverstanden sind. Verhütung ist zwar bekannt, wird aber kaum praktiziert (ansonsten wären wahrscheinlich mehrere Ottas bereits ausgestorben). Kündigt sich Nachwuchs an, sind die Frauen zwar offiziell unter dem Schutz des Clans, müssen z.B. keine Fehden mehr ausfechten oder schwere Arbeiten tätigen, aber normalerweise lassen die Thuler Frauen es erst in den letzten Monaten etwas gemütlicher angehen. Die komplette Otta kümmert sich um die Aufzucht und Erziehung der Kinder (wen darf man hauen, wen nicht), denn oftmals ist es kaum nachzuvollziehen, wer der Vater des neuen Clanssprösslings ist. Halb-Orks, bzw –elfen sind keine Seltenheit, dunkle Haut hat schon nach den ersten Raubzügen im Süden ihren Einzug gehalten. Selbst das Blut von Drow, Eiselben, Echsenmenschen und in einem seltsamen Fall das eines Waldschrates soll hier zu finden sein... vermischt mit 'echtem' Thuler Blut.
Vergewaltigung hingegen wird als eines der schlimmsten Verbrechen überhaupt angesehen und wie Verrat mit der Wolfsgrube bestraft - an Händen und Füßen gefesselt. Nach den Vorstellungen eines Nordmannes der schlimmste Tod überhaupt.


Rechtswesen in Thule

Wie bereits weiter oben erwähnt werden die meisten Streitigkeiten recht schnell und unbürokratisch beigelegt. Es gibt aber einige althergebrachte Regeln und Gesetze, die sich ein Reisender recht gut einprägen und befolgten sollte, will er mit genauso viel Körperteilen die Stadt verlassen, wie er angekommen ist.

-Ziehe nie eine Waffe im Spaß
Der Tod ist in Thule eine ernste Sache. Wer eine Waffe zieht, gibt nach Thuler Glauben damit zu verstehen, das er auf seinem Standpunkt beharrt und notfalls dafür sterben wird - was schneller passieren kann, als einem lieb ist. Generell wird zwischen 'echten' Waffen wie Schwertern oder Äxten und 'Spaßbringern' wie Stuhlbeinen, Trinkkrügen und ähnlichem unterschieden. Zweiteres wird eher als Argumentationsverstärker bei Keilereien angesehen (was für Thuler nur eine etwas lautere Form des Diskutierens ist). Das bei diesen Schlägereien regelmäßig Leute umkommen, ist ein anderes Thema.

-Mord in allen Spielarten ist verwerflich
Kaum ein älterer Thuler hat im Streit einen anderen Thuler nicht zumindest einmal lebensgefährlich verletzt oder gar erschlagen. Daran ist grundsätzlich nichts auszusetzen, nachdem in Thule nun mal das Recht des Stärkeren herrscht. Ist jemand jedoch zu feige seinen Kontrahenten offen anzugehen, sondern lässt ihn heimlich von hinten erstechen oder gar vergiften, so kann sich der Auftraggeber sicher sein, dass er die Wolfsgrube besser kennenlernen wird als ihm lieb ist. Anders steht es natürlich mit Feinden, zum Beispiel feindlichen Wachen am Rande eines Lagers oder ähnlichem

-Vergewaltigung
Bei aller Freiheit in Thule, der gewaltsam erzwungene Liebesakt wird als eines der schlimmsten Verbrechen überhaupt angesehen und ähnlich wie Mord mit der Wolfsgrube bestraft, jedoch mit Händen und Füßen gefesselt. Wie bereits erwähnt stellt dies für einen Nordmannes den schlimmsten Tod überhaupt dar.

-Diebstahl
Ein jeder Thuler wird sein Hab und Gut nach Kräften verteidigen und niemand wird sich umdrehen, wenn ein Dieb von einer Otta gesteinigt, oder eine ähnlichen Strafe unterzogen wird. Was genau mit einem ertappten Dieb passiert, hängt davon ab, was gestohlen wurde, wer der Bestohlene ist und wie dem Opfer die Nase des Diebes gefällt.

Kerker gibt es in Thule keinen, genausowenig gibt es als Strafe Sklaverei oder ähnliches. Den Thulern ist jede Art von erzwungener Knechtschaft zuwider, selbst wenn es um einen Verbrecher geht. An kalten Winterabenden erzählen die Alten gern die Geschichte von dem Sklavenhändler, der einst nach Thule kam um seine Ware zu verkaufen...
Logged
Darauf ein Amen...
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